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Aquila Capital Infrastructure Fund
Aquila Capital Infrastructure Fund

Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

Aquila Capital Infrastructure Fund

Brückenbau zur Ausschüttung

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 5min

Aquila Capital Infrastructure Fund

Aquila Capital eröffnet Stiftungen mit dem ausschüttenden Infrastruktur-Fonds Zugang zu einer unverzichtbaren Assetklasse. Das ausgefeilte Konzept nutzt unter anderem eine „Dachfonds embedded“-Strategie. Investitionen in Projekte der nachhaltigen Energieerzeugung sorgen für dicke grüne Akzente, und nicht zuletzt die avisierte Ausschüttung von 4 bis 5% bei einer angestrebten Gesamtrendite von über 7% dürfte Stiftungen aufhorchen lassen.

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Zunächst ein Wort zu Anbieter und Team

Bei der Bewertung von Aktien wird oft von Markteintrittsbarrieren gesprochen. Geschäftsmodelle, die nicht so einfach kopiert werden können, gelten als besonders attraktiv. Im weiten Feld der Vermögensanlage weisen Infrastrukturinvestments genau diese Eigenschaft auf: Es bedarf Erfahrung und Expertise bei der Bewertung von Infrastrukturprojekten. Dabei reichen die Anforderungen weit über die Prüfung der vorgelegten Kalkulationen hinaus: Sektor- und Marktanalysen sowie die Einschätzung der lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen inklusive des Änderungsrisikos sind hier beispielhaft zu nennen. Umfassende Vernetzung und ein über Jahre erarbeitetes Standing, zum Teil sehr hohe Summen einzusammeln, lauten weitere Anforderungen.

Deshalb ist im Segment Infrastruktur der Track Record von Anbieter und Managementteam noch wichtiger als in anderen Bereichen. Aquila Capital zählt zu den erfahrensten und erfolgreichsten Anbietern in Europa. Das Unternehmen wurde 2001 von Dieter Rentsch und Roman Rosslenbroich gegründet und befindet sich nach wie vor mehrheitlich im Besitz der Gründer und Partner. Die nachhaltige Anlagestrategie konzentriert sich auf Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Infrastruktur, Wohnimmobilien, grüne Logistik sowie Forst- und Landwirtschaft. Die Aquila-Gruppe verwaltet derzeit 12,5 Mrd. EUR für institutionelle Anleger weltweit (Stand: 31. Dezember 2020). In den letzten zehn Jahren hat die Aquila Gruppe ein Anlageportfolio mit Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien mit einer Gesamtkapazität von 10,7 GW und über 2 Millionen Quadratmetern nachhaltiger Immobilien- und grüner Logistikprojekte aufgebaut.

Schwerpunkt auf nachhaltigen Investments

Der Schwerpunkt des Engagements liegt auf nachhaltigen Investments wie Erneuerbaren Energien und so genannten grünen Logistikgebäuden. Aquila Capital hat seit seiner ersten Investition in Erneuerbare Energien über 18,2 TWh Strom produziert. Derzeit befinden sich 591 Windenergieanlagen, 229 Photovoltaikparks und 186 Wasserkraftwerke (je Stand 3/21) im Gesamt-Portfolio. Nachhaltigkeitskriterien sind zudem fester Bestandteil aller Green Logistics-Projekte durch strenge Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette und beim Bau. Um CO2-Emissionen zu reduzieren, erfüllen die Projekte beispielsweise die Kriterien der BREEAM-Gebäudezertifizierung und verfügen über Photovoltaikmodule auf den Dächern. Ferner kompensiert Aquila Capital die CO2-Emissionen. Mit diesen Maßnahmen unterstützt Aquila Capital Kunden und Mieter somit, deren CSR- und ESG-Richtlinien zu erfüllen. Aquila berichtet mit ESG-Reports ausführlich über den Impact des Portfolios, zeigt auf wie die SDGs der UN unterstützt werden und benennt die nachhaltige Performance mindestens auf Gesamtportfolioebene.

Handicap-International

Co-Investments und Dachfonds embedded

Der Aquila Infrastructure Fund kombiniert Fondsinvestments und direkte Co-Investments. Das bedeutet: Ein Teil des Fondsvermögens wird in Fonds anderer Anbieter allokiert, ein Teil fließt als Co-Investment in konkrete Infrastrukturprojekte. Der 2017 aufgelegte Fonds nennt als Zielvorgabe für das finale Portfolio 20 Zielfonds und 5-10 kurzfristige Fremdkapitalinstrumente sowie Direkt-/Co-Investments. 50-80% der Assets werden in Europa lokalisiert sein. Anders als bei den meisten Infrastruktur-Investments hat Aquila den Fonds als Evergreen konzipiert. Das heißt, es gibt kein Enddatum mit Abwicklung, vielmehr werden andere Fonds ge- und verkauft sowie Infrastrukturprojekte investiert und desinvestiert, wobei die Steuerung dieser beiden Bereiche jeweils spezialisierten Teams obliegt. „Unser Alleinstellungsmerkmal sehen wir daher in der Kombination zweier unterschiedlicher Skill-Sets und Netzwerke. Die Einbindung direkter/Co-Investments erfolgt überdies ohne zusätzliche Kosten, so dass auf Portfoliolevel hieraus eine Kostenreduktion erfolgt“ betont Aquila-Manager Gero Grützner. „Darüber hinaus kann das Team Diversified Infrastructure & Multi Asset Investments bei Bedarf auf die Direktinvestment-Expertise der Kolleginnen und Kollegen anderer Teams zurückgreifen, um die in den Bewertungsmodellen und Prognosen der Zielfonds enthaltenen Annahmen und Berechnungen zu überprüfen sowie generelle Einschätzungen zu Märkten und regulatorischen Rahmenbedingungen einzuholen.“

Gesamte Breite an Themen wird genutzt

Mit dem Fonds investiert eine Stiftung in die gesamte thematische Breite des Infrastruktur-Marktes, also

Verkehr: Brücken, Tunnel, Straßen, Eisenbahn, See- und Flughäfen

Energie: Wind- und Wasserkraftkraft, Photovoltaik, Speicher, Biomasse, Geothermie

Ver- und Entsorgung: Strom-, Gas-, Wasserverteilung, Wasseraufbereitung, Abfallbeseitigung und –aufbereitung

Kommunikation: Mobilfunkmasten, TV-Sendeanlagen, Glasfaserkabel und andere Netze, Datenzentren

Soziale Infrastruktur: Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Universitäten inkl. Wohnheime, Öffentliche Verwaltungsgebäude, Sportstätten

Diese Diversifizierung hat sich während der Pandemie bewährt. Während sich mehr als drei Viertel der Investments resilient gegen die Einflüsse von außen zeigten, litten lediglich nutzungsabhängig vergütete Mautstraßen und Studentenwohnheime sowie See- und Flughäfen (9% des Fonds-Portfolios). Die Bereiche Telekommunikation (insb. Glasfasernetze, Datenzentren und Funk-/Sendemasten) und soziale Infrastruktur (insb. Krankenhäuser), die zusammen 14% ausmachen, profitierten hingegen.

Auf einen Blick

Fondsart: Offener Infrastrukturfonds mit dualer Ausrichtung: Es wird sowohl in Zielfonds als auch in Co-Investments einzelner Infrastrukturprojekte investiert.

ISIN: LU1739380712

Ausschüttung: Es wird eine jährliche Ausschüttung von 4 bis 5% angestrebt. Die Rendite auf Fondsebene wird im Durchschnitt mit oberhalb von 7% angegeben.

Gut zu wissen: Der Fonds investiert breit gestreut in Projekte sowohl der wirtschaftlichen als auch sozialen Infrastruktur, aber mit Schwerpunkt auf nachhaltige Energieerzeugung.

Wichtig für Stiftungen: Der Fonds ist sehr transparent, es wird umfassend und detailliert informiert, was die Dokumentation stark erleichtert. Homogene Anlegerschaft mit Stiftungen, Pensionskassen, Versicherungen und anderen ausschüttungsorientierten institutionellen Investoren.

Einschätzung: Hohe Ausschüttung mit relativ sicherer Planbarkeit durch festgelegte, häufig inflationsangepasste repetitive Einnahmen. Im Verhältnis zur Ausschüttungshöhe relativ geringes Rückschlagrisiko durch breit diversifiziertes Portfolio. Eingeschränkte Liquidität (24 Monate Mindesthaltedauer, danach 6 Monate Kündigungsfrist). Angesichts der hohen angestrebten Rendite gibt es dafür eine „Illiquiditätsprämie“.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche: Arndt Funken, arndt.funken@aquila-capital.de; Gero Grützner, gero.gruetzner@aquila-capital.de

Deutsches Rotes Kreuz

Blick ins Portfolio

Der Fonds umfasst aktuell Anteile an 16 Infrastrukturfonds führender Anbieter sowie Co-Investments in drei Windparks und zwei Photovoltaikparks sowie eine Anleihe. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie breit investiert wird, folgend eine kleine Liste der jüngsten Beteiligungen in den einzelnen Fonds. So wurde investiert in Everstream, einem Glasfaserprojekt für Industrieunternehmen in Michigan und Ohio, in Vertical Bridge, den größten Betreiber von Funkmasten in den USA, in eine Autobahnkonzession in Nordfrankreich, eine Krankenhauskonzession in der Region Mailand und ein Schienennahverkehrssystem in Malaga, einen Verbund von 16 finnischen Fernwärmenetzen in Finnland sowie Studierendenwohnheime in Tasmanien. Bei zahlreichen Projekten handelt es sich um Public Private Partnerships. Das Management hat seit 2017 auch bereits einige Investments erfolgreich veräußert. Hierbei hatte der Fonds Renditen zwischen 7,7% p.a. (Windpark in Schweden) und bis zu 14,6% p.a. (Dampfkraftwerke in USA) erzielt.

Investitionsablauf und Kosten

Dank des Konzepts müssen Investoren nicht in einen blind pool investieren, sondern können die aktuell etwa 254 Einzelbeteiligungen der Zielfonds und Co-Investments prüfen bzw. extern prüfen lassen. Gleichzeitig ermöglicht die Herangehensweise gewissermaßen das Überspringen der J-Curve, also das erst langsame Aufbauen der Erträge, da ganz überwiegend in bereits laufende Fonds mit Erträgen investiert wird. Die Beteiligungssumme wird in einer Zahlung abgerufen, da es sich um einen offenen Fonds handelt können Anteile nach einer 24-monatigen Mindesthaltefrist zurückgegeben oder aufgestockt werden. Es gibt eine Rückgabebegrenzung, nämlich maximal 15% Rückgaben (auf Fondslevel) zum jeweiligen Jahresende. Die Mindestanlagesumme beträgt in der Fondsklasse B (LU1739380712) 10 Mio. EUR, nach Absprache sind auch geringere Summen möglich. So können auch bereits semi-professionelle Investoren ab einer Anlagesumme von 200.000 EUR in den Fonds investieren. Die Kosten liegen bei 0,6%. Die Anteilsklasse C verlangt ein Mindestinvest von 20 Mio. EUR bei Kosten von 0,5%. Nur noch 0,35% Kosten gelten in Aktienklasse D ab 50 Mio. EUR Invest.

Zusammengefasst

An dieser Stelle müssen die hervorragenden Aussichten von Infrastrukturprojekten nicht ausgebreitet werden. Die Frage ist nicht, ob Infrastruktur ins Stiftungsportfolio gehört, sondern in welchem Umfang und über welche Vehikel. Mit dem Aquila Capital Infrastructure Fund vertrauen sich Stiftungen einem erfahrenen Management mit zwei Jahrzehnten Track Record an. Neben 4 bis 5% Ausschüttung p.a. erfüllt der Fonds sehr hohe Nachhaltigkeitsanforderungen. On top gibt es noch die sehr breite Diversifikation über alle Infrastrukturthemen und die weitgehende Dekorrelation mit dem Kapitalmarkt und dessen Volatilitäten.

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