FondsFibel2022
Fondskauf für Hanseaten

Ratgeber

Stiftungsfonds kaufen wie der hanseatische Kaufmann

Wir versuchen uns mal an einer einfachen Checkliste zum Fondskauf

Stefan Preuss, Lesezeit: 3min47, Bilder: www.fondsfibel.de

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Fondskauf für Hanseaten

So wichtig Fonds bei der Zusammenstellung eines zukunftsfähigen Stiftungs-Portfolios sind, so achtsam sollten die beauftragten Organmitglieder vorgehen, wenn es um den konkreten Kauf geht. Einfach drauf los einen Fonds kaufen, das funktioniert in der Regel nicht. Dabei gibt es beim Fondskauf einige Punkte zu beachten, hier und da kann es knifflig werden. Eine 6-teilige Checkliste.

Ausgabeaufschlag

Aufgabeaufschläge von bis zu 5% passen nicht nur nicht mehr in die Zeit, sondern sind generell zu vermeiden. Also: Kauf über die Börse statt beim heimischen Kreditinstitut, und/oder nachverhandeln. Und wenn aus (lokal-) politischen Gründen der Weg über das heimische (Hausbank)Institut gewählt werden muss, sollten Sonderkonditionen in jedem Fall möglich sein. Beim Kauf über die Börse fallen andere Kosten an, die deutlich geringer sind. Das sind die Kaufgebühren der Bank, Maklerkosten der Börse und die börsenübliche Handelsspanne, der Spread. Es gibt aber auch Börsen, die Fonds zum Festpreis verkaufen – hier lohnt sich das Vergleichen der Handelsplätze.

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No-Load-Fonds

So werden Fonds bezeichnet, die grundsätzlich keinen Ausgabeaufschlag verlangen. Sie sind vor allem im angelsächsischen Bereich beliebt. Davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn in der Regel sind dafür die Verwaltungsgebühren deutlich erhöht. Damit eignen sich diese Fonds eher für kurzfristige Anleger – was Stiftungen mit ihrem langfristigen Horizont in der Regel nicht sind.

TV-TIPP: Kennen Sie schon #fondsfibel AKTUELL, den TV-TALK rund um Stiftungsfonds & Co.? Wir laden hier Stiftungsmanager und Stiftungsexperten zum Gespräch über stiftungsgeeignete Fonds und die Fondsanlage von Stiftungen.

Depotkosten

Das Minimierungsgebot gilt natürlich auch für die Depotkosten. Auch hier lohnt der Vergleich, und sollte ein Vergleich aus gegebenem Anlass wegen der Einbindung in ein lokales Netzwerk (Stichwort: Hausbank) nicht möglich sein, sollten Sie ebenfalls nach Sonderkonditionen für Stiftungen fragen. Depotkosten lassen sich aber auch durch den Wechsel zu einer auf Fondsanlagen spezialisierten Depotbank reduzieren, und zwar ganz erheblich.

Fondskosten

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind die Kosten des Fondsmanagements ein entscheidender Faktor für den Anlageerfolg. Die anfallenden Gebühren müssen mittlerweile nach einheitlichen Maßstäben (TER = Total Expense Ratio) ermittelt werden und sind somit prinzipiell gut zu vergleichen. Aber Achtung: Erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile, meistens Performance Fee genannt, sollten Sie als Stiftung nicht akzeptieren.

Mehr zur Fondsanlage von Stiftungen

Ausschüttungen

Es gibt Fonds, die jährlich ausschütten, aber auch einige Fonds mit halbjährlicher und sogar quartalsweiser Ausschüttung. Die Ausschüttungstermine haben natürlich Einfluss auf die Kurse, in jedem Fall sind die Ausschüttungstermine in die eigene Liquiditätsplanung einzubinden. Gleichzeitig ermöglichen verschiedene Ausschüttungstermine auch das Diversifizieren entlang verschiedener Einstiegs- und Ausschüttungszeitpunkte.

Passgenauigkeit

Hin und her macht Taschen leer – diese Weisheit gilt bei Fonds wie bei anderen Assetklassen uneingeschränkt. Vergewissern Sie sich, dass sich der Fonds in ihr sonstiges Portfolio einfügt, also ob Strategie, Risikoprofil, Zeithorizont etc. exakt passen. Denn ein zeitnaher Verkauf sorgt für entsprechende Spesen.

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Zusammengefasst

Beim Fondskauf können Stiftungen schnell danebengreifen. Das kostet aber dann schnell Geld. Wie wusste schon der gute hanseatische Geschäftsmann: Im Einkauf liegt der Gewinn. Mit seiner Fondsliste also mal zu schauen, wo ich dieses Portfolio kostengünstig umgesetzt bekomme, spart bares Geld. Das wichtigste ist sicherlich der Ausgabeaufschlag, der einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Und so wie Stiftungen ihr Vermögen zeitgemäß anlegen sollen, sollten sie Fonds auch zeitgemäß kaufen. Der Ausgabeaufschlag ist demgemäß ein Relikt aus vergangenen Tagen.

Hinweis: Der Text ist im Original in der ausschließlich gedruckten Form der ersten FondsFibel für Stiftungen & NPOs erschienen.

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