Core

Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

Pax ESG Multi Asset

Einkommen aus vielen Quellen für stete Ausschüttung

ISIN: DE000A3DD903 Insti / DE000A3C92R1 Retail
Typ: Aktienbetonter Mischfonds mit hoher Flexibilität und breit gefächerter Allokationsmöglichkeit, nachhaltig-ethische Ausrichtung.

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 7min12, FondsFibel 2022

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Der im Mai 2022 aufgelegte Pax ESG Multi Asset darf als Prototyp eines neuen stiftungsgeeigneten Fonds gelten: Beyond 30:70, dafür mit elaborierter Anlagestrategie, die die Balance zwischen Werterhalt und hoher Ausschüttungsgüte anstrebt.

 

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Beispiel eines modernen stiftungsgeeigneten Fonds

Die Wünsche von Stiftungen an Investmentfonds haben sich im Kern nie geändert: Werterhalt, sehr gerne bei nur geringen Schwankungen, und eine möglichst satte Auszahlung bilden seit je her die einschlägige Dreifaltigkeit. Seit einiger Zeit kommt die Beachtung von ESG-Kriterien hinzu. Ließen sich die ersten Anforderungen über Jahrzehnte per Bundesanleihe erfüllen, startete vor gut 30 Jahren der erste explizite Stiftungsfonds, Angebote mit 30% Aktien- und 70% Anleiheanteil setzten sich zunehmend durch. Das alles funktioniert derzeit im real existierenden Kapitalmarktumfeld nur noch bedingt, weswegen der Pax ESG Multi Asset als aussichtsreiches Beispiel für eine neue Generation von Stiftungsfonds angesehen werden darf: Mit spürbar erhöhtem Aktienanteil, Fokus auf Dividende und Coupons und einer Zusatzertragsstrategie durch gedeckte Optionen. Gemanagt wird der Fonds von Verida Asset Management (Hamburg). Dahinter stehen die erfahrenen Fondsmanager Dr. Björn Borchers und Mirco Himmel.

Auf einen Blick

Fondsart: Aktienbetonter Mischfonds mit hoher Flexibilität und breit gefächerter Allokationsmöglichkeit, Artikel 8 nach Offenlegungsvereinbarung.

ISIN: DE000A3DD903 Insti / DE000A3C92R1 Retail

Ausschüttung: angestrebt werden 2,5% p.a. aus ordentlichen Erträgen

Gut zu wissen: Die laufenden Kosten (TER) sind angesichts des aufwändigen Anlagekonzeptes mit 1,15% bereits angemessen, sie werden mit zunehmenden Fondsvolumen voraussichtlich weiter sinken, da sich die festen Kosten auf eine größere Zahl umlaufender Anteile verteilen. Die institutionelle Tranche (Mindestinvest 50.000 EUR) ist mit 0,85% TER bepreist.

Wichtig für Stiftungen: Die gedeckten Optionsgeschäfte erhöhen nicht das Risiko des Fonds, sondern sorgen für eine weitere Einnahmequelle. Sollte eine verkaufte Call-Option gezogen werden, sorgt dies lediglich für eine geringere Beteiligung des Fonds an der Aufwärtsbewegung einer Aktie – nämlich den Teil der Kursentwicklung, der oberhalb des Strikes liegt. Zeigt die Aktie keine Volatilität, vereinnahmt der Fonds die Prämie. So lassen sich auch in Seitwärtsmärkten Einnahmen generieren.

Einschätzung: Zeitgemäßer stiftungsgeeigneter Fonds, der mit hoher Flexibilität jeweils in die aussichtsreichsten Sektoren investieren kann. Granularer Aufbau mit angestrebt 200 Einzeltiteln soll Volatilitätsrisiken minimieren. Hohe Glaubwürdigkeit des ESG-Ansatzes durch langjährige Praxis der Pax-Bank.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche:
Thomas Schumacher, Vermögensverwaltung & Stiftung – Zertifizierter Stiftungsberater ADG
0221 16015-824
thomas.schumacher@pax-bank.de

Der Fonds im QualiS360-Check

QualiS360-Check PAX ESG Multi Asset

Zur Erklärung – so hilft QualiS360 Stiftungen bei der Fondsanlage weiter: QualiS360 ist eine Vier-Quadranten-Matrix, die Stiftungen dabei unterstützt, Fonds im Hinblick auf die eigenen Anlageziele zu vergleichen und die sachgerechte Entscheidung zu einem Fonds gegenüber der Stiftungsaufsicht zu dokumentieren. Auch der Vergleich von Fonds untereinander wird aus Stiftungssicht vereinfacht. Die vier Quadranten zeigen, bei welchem Leistungsmerkmal der jeweilige Fonds die stärkste bzw. geringste Ausprägung zeigt. Betrachtet werden die aus Stiftungssicht relevantesten Sphären Ausschüttung (also die Güte des ordentlichen Ertrags), Wertentwicklung (hieran hängen potentielle Umschichtungserlöse), Risiko (übersetzt in die Fähigkeit zum Vermeiden von Drawdowns) und Nachhaltigkeit (gemeint ist ein authentisches Nachhaltigkeitskonzept).
Die QualiS360-Matrix wurde in Zusammenarbeit mit stiftungscockpit.de entwickelt.

Nicht „unconstrained“, aber maximal flexibel

Mit dem Fonds werden die zentralen Bedarfe von Stiftungen adressiert: Der Wunsch nach einer attraktiven Ausschüttung aus ordentlichen Erträgen der Wertpapiere im Fonds und somit Substanzerhalt bei kontrolliertem Risiko. Die strategische Grundaufstellung sieht 60% Aktien und 40% Anleihen vor. Allerdings darf das Management flexibel mit einer Bandbreite von 40 bis 75 % auf die Kapitalmarktsituation eingehen. Innerhalb der Aktien-Allokation werden 70% (=42% des Gesamtportfolios) für nordamerikanische Titel angestrebt, 18,3% (=11% gesamt) auf europäische und 11,7% (=7% gesamt) auf Aktien aus dem Pazifikraum, insbesondere Japan und Australien. Das Konzept setzt bei der Portfoliokonstruktion auf granularen Aufbau, denn etwa 100 Titel werden als Durchschnittswert angestrebt. Die Dividendenrendite der ausgewählten Unternehmen liegt derzeit bei ca. 2,5%.

Breite Mischung auch im Fixed Income-Bereich

Auch auf der Anleiheseite wird das breite Spektrum des Marktes genutzt, indem in Unternehmens- und Staatsanleihen ebenso investiert wird wie in Pfandbriefe, High Yields und Emerging Markets. Wie bei den Aktien erfolgt die Binnendiversifikation dieses Segments über etwa 100 Titel. Die strategische Grundaufstellung sieht vor, dass 17,5% des Gesamtportfolios für globale Unternehmensanleihen, 15% für Staatsanleihen, 4,5% für High Yields und 3% für Emerging Markets vorgesehen sind. Zielgröße ist eine Endfälligkeitsrendite von 2,3%. Das Management nutzt für die Satelliteninvests derzeit zwei Investmentfonds und kauft sich auf diesem Weg externe Expertise ein. Mit der Aufstellung im Fixed Income-Bereich soll ein Option Adjusted Spread (OAS) von 100 Basispunkten erreicht werden. OAS beziffert die Spanne eines Anleiheportfolios zur Renditekurve für bonitätsstarke Staatsanleihen und somit das angestrebte Ertragsplus.

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ESG-Ausrichtung setzt auch kirchlichen Schwerpunkt

Die einschlägigen Ausschlüsse und Filter berücksichtigen sowohl Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales als auch gute Unternehmensführung. Zahl und Reichweite der Ausschlüsse sind besonders umfangreich. Neben Basics wie Rüstung und Atomenergie zählen auch die Verwendung von Palmöl, Massentierhaltung als auch mangelnde Transformationsbereitschaft zu den knock-out-Faktoren. Mangelnde Transformationsbereitschaft bedeutet, dass Unternehmen, die keine Bereitschaft zur Umstellung auf weniger CO2-intensive Produktionsweisen oder Produkte zeigen, ausgeschlossen werden. Bei der Bewertung der Unternehmen hinsichtlich der Reduktion ihrer CO2-Emissionen fließt auch die CDP-Zertifizierung (Carbon Disclosure Project) ein. Die CDP-Zertifizierung wird auch bei Unternehmen aus anderen Sektoren, z.B. der Forst- und Papierindustrie, bewertet. Da es sich bei der Pax-Bank um eine kirchliche Unternehmung handelt finden sich auch Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Hersteller nidationshemmender Verhütungsmittel auf der Blacklist.

Interessante Liste: Wer warum wg. ESG-Verstößen desinvestiert wurde

Sehr lobenswert: Die Pax-Bank veröffentlicht auf ihrer Homepage die Liste jener Unternehmen, die wegen Verstößen gegen die Regularien veräußert wurden. Dabei wird das Fehlverhalten deutlich benannt. Da die Pax-Bank ESG-Kriterien und ethische Grundsätze schon seit langem in den Investitionsprozess einfließen lässt profitiert auch der neue Fonds einerseits vom Wissen, aber auch der Reputation. Der Portfoliomanager arbeitet also aktiv mit den Daten und Kenntnissen, die die Bank über die Unternehmen im Nachhaltigkeitsbereich besitzen – und Stiftungen dürfen sicher sein, in ein originär ESG-konformes Portfolio zu investieren.

So wird das ESG-Wissen im Fonds eingesetzt

Ein Nachteil von Artikel 9-Fonds nach Offenlegungsverordnung ergibt sich aus der Erschwernis bis Unmöglichkeit, viele sogenannte Transitioner aufzunehmen, da ansonsten die gängigen Kennzahlen wie das MSCI ESG-Rating oder die CO2-Intensität pro Umsatzmillion zu stark leiden. Der Pax ESG Multi Asset wird „nur“ nach Artikel 8 beworben – gerade weil man auch auf die ESG-Aufsteiger setzt. Heißt: Auch hier bewahrt sich der Fonds die Flexibilität, beide Strategien zu nutzen, also ESG-Vorreiter und ESG-Aufsteiger. ESG Vorreiter sind Unternehmen, die bereits über ein gutes bis sehr gutes Nachhaltigkeitsrating verfügen und damit die Portfolioqualität im Nachhaltigkeitsbereich überdurchschnittlich halten. Bei ESG-Aufsteigen handelt es sich um Unternehmen, die sich hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsbewertung noch im (unteren) Mittelfeld bewegen, sich aber klar erkennbar verbessern. Damit unterstützt der Fonds gezielt Unternehmen mit der Bereitschaft, sich zu transformieren und trägt damit aktiv zur Veränderung bei. Insgesamt, so die Vorgabe, soll das ESG-Rating mindestens auf „A“ bei MSCI ESG gehalten werden.

Engagement und Unternehmensdialog als Teil des Impacts

Im Rahmen der Portfoliointegration werden die skizzierten Nachhaltigkeitsziele mit der finanziellen Analyse der Attraktivität von Unternehmen kombiniert und damit in der Portfoliokonstruktion die Gesamtzusammenstellung des Fonds bestimmt. Die Pax-Bank ergänzt die beiden Bausteine Ausschlüsse sowie Integration von Kennzahlen durch Engagements. Hierbei handelt es sich um Unternehmensdialoge, die die Pax-Bank mit Unternehmen führt, um aus Bank-Sicht kritische Aspekte zu adressieren und Veränderungen herbeizuführen. Dies geschieht auf Basis der „Leitlinien zur Darstellung von Impact im Bereich wirkungsorientierter Investments“, die sich ebenfalls auf der Homepage finden.

Ausschüttungsziel von 2,5% p.a. realistisch

Ein Baustein zur Erhöhung des ausschüttungsfähigen Ertrages des Fonds ist der Verkauf von Optionen, in der Regel Calls. Ihr Verkauf erfolgt dynamisch anhand der Analyse der Unternehmen und der erwarteten Volatilität. Die Laufzeit der verkauften Optionen liegt in der Regel im kurzfristigen Bereich zwischen ein und zwei Monaten. Zusammen mit Dividenden und Coupons und gegebenenfalls Einnahmen, die sich aus der aktiven Bewirtschaftung der Aktien und Anleihen ergeben, strebt das Management eine Ausschüttung von 2,5% p.a. an.

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Zusammengefasst

Es steht zwar nicht Stiftungsfonds im Namen, das Konzept darf aber als zeitgemäß und stiftungsgeeignet bezeichnet werden. Der hohe Aktienanteil kann (und wird) für erhöhte Volatilität sorgen. Das Management selber berechnet etwa 9% als möglich. Der granulare Aufbau dämpft dabei die Schwankungen.

Wichtig für Stiftungen: Die ordentlichen Erträge des Fonds speisen sich nicht aus Kursgewinnen, sondern wie dargelegt einer Vielzahl von Quellen – Kennzeichen eines Multi Asset Fonds.