FondsFibel 2021
FU Fonds – Bonds Monthly Income
FU Fonds – Bonds Monthly Income

Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

FU Fonds – Bonds Monthly Income

Hidden Anleihe-Champs für Stiftungen

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 7min47

FU Fonds – Bonds Monthly Income

Ein kleiner Sprachexkurs zum Beginn: Der Begriff Rente geht auf das lateinische „reddere“ zurück. Das steht für „etwas zurückgeben“. Der FU Fonds handelt also im wahrsten Wortsinne als Rentenfonds: Er schüttet pro Monat 0,25% aus – gibt also regelmäßig etwas zurück. Wir schauen, wie die Experten der Heemann Vermögensverwaltung AG, die das Sondervermögen managen, das organisieren – und wie sicher die Ausschüttungen sind.

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Der Fonds investiert ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere, überwiegend höherverzinsliche Anleihen, zu mindestens 51% von europäischen Unternehmen aus dem Nicht-Banken-Bereich. Bis zu 25% des Netto-Fondsvermögens können in US-Dollar (USD) oder Schweizer Franken (CHF) denominierten Anleihen angelegt werden, wobei die Währungsrisiken abgesichert werden. Der Anteil an REIT´s sowie Aktien- und Wandelanleihen ist auf maximal 25% begrenzt. Bis zu 10% des Netto-Fondsvermögens können in Anteile von Investmentfonds investiert werden.

Ausschluss von Co-Co-Bonds

Fondsmanager Norbert Schmidt, zusammen mit Gerhard Mayer für den Rentenbereich im gesamten Angebot der FU-Fonds verantwortlich, begründet den Verzicht auf Bankanleihen mit der „Analysestärke im Bereich Corporates, den wir im Prospekt als Nicht-Banken-Bereich definieren. Hier verfügen wir über einen entsprechenden Track Record.“ Im Bereich Banken und Financials ist der FU-Fonds daher nur sehr selektiv investiert. Ein Ausschlusskriterium ist für CoCo-Bonds (kurz für Contingent Convertible Bonds) im Prospekt verankert. Dabei handelt es sich in der Regel um langfristige, nachrangige Anleihen von Banken mit meist festem Kupon, die bei Eintreten von vorab festgelegten Ereignissen (Wandlungskriterien) zwangsweise von Fremd- in Eigenkapital gewandelt werden.

Handicap-International

Auf einen Blick

Fondsart: Reiner Anleihefonds, investiert in ausgewählte höherverzinsliche Anleihen von europäischen Unternehmen aus dem Nicht-Banken-Bereich. Nutzt Wandelanleihen, um an Kursgewinnen zu partizipieren, CoCo-Bonds und verbriefte Produkte wie Asset Backed Securities (ABS) sind ausgeschlossen.

ISIN: LU1960394903

Handel: Kauf über die KVG oder täglicher Handel an der Börse (ohne Ausgabeaufschlag)

Ausschüttung: Monatlich 0,25% zuzüglich einer jährlichen Sonderausschüttung, für April 2021 sind 0,48% avisiert.

Gut zu wissen: Das erfahrene Fondsmanagement besitzt einen sehr erfolgreichen track-record und Heemann als erfolgreicher Vermögensverwalter Zugang zu Emissionen, die Otto Normalanleger nicht zeichnen kann. Im aktuellen Portfolio befinden sich eine Vielzahl hochverzinster Anleiheperlen.

Einschätzung: Genau was Stiftungen suchen: Gut planbare Ausschüttungen, Upside-Potenzial durch ausgewählte Wandelanleihen, dabei die relative Stabilität eines reinen Rentenportfolios.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche: Norbert Schmidt, norbert.schmidt@heemann.org

Hidden Champs des Anlageuniversums

Der Blick in das Anleiheportfolio des Fonds offenbart viele weitgehend unbekannte Titel, Schmidt selber spricht von „Emittenten mit teils kryptischen Firmennamen“. Dahinter aber würden sich fundamental gut aufgestellte Unternehmen verbergen. Aber warum zahlen diese Unternehmen vergleichsweise hohe Coupons? Dazu Schmidt: „Die Emittenten mit teilweise kryptischen Bezeichnungen kommen vor allem aus dem Private Equity-Umfeld. Nach meiner Einschätzung geht es hier um das Thema Vertraulichkeit, da auch die Finanzdaten oft nur für professionelle Investoren zugänglich gemacht werden.“ Die attraktiven Kupons begründeten sich im Wesentlichen durch den Punkt Markteintrittshürde, also einer höheren Zinserwartung bei Debütanleihen, und dem Punkt Kapitalstruktur, also einer Private Equity-freundlichen Finanzierungsstruktur.

„Wenn wir Mut brauchen,
ist es nicht das richtige Investment für unseren Fonds.”

(Norbert Schmidt, Fondsmanager)

Norbert Schmidt - Fondsmanager

Aktueller Top-Pick Container-Schifffahrt

Ein interessantes Investmentbeispiel ist die 7,50%-Anleihe des französischen Container-Schifffahrtsunternehmens CMA CGM mit Laufzeit bis 2026. Das Management hat im Rahmen der Roadshow das aktuelle Marktumfeld mit seinem strukturellen Wandel und der aktuellen Nachfragesituation beschrieben. Zur Freude der Investoren hat der breite Markt dies jedoch erst nach Bekanntgabe der Q3-Ergebnisse realisiert. Seitdem ist der Kurs nochmals gestiegen.

Flexibilität bei Anlagen

Bis zu 25% des Fondsvermögens können in REIT’s, Aktien- und Wandelanleihen sowie in geringem Umfang in Anteile an Investmentfonds investiert werden.Mit dieser Regelung haben wir uns eine gewisse Flexibilität hinsichtlich des Universums an planbar ertragsstarken Anlagen gegeben. Von der Flexibilität wollen wir nur eingeschränkten Gebrauch machen. Wir haben derzeit einen Anteil von etwa 17% des Portfolios in Wandelanleihen investiert“ so Schmidt.  Anlageziel ist hier, neben vergleichsweise geringen Zinserträgen signifikante Kursgewinne zu erzielen. Aktuelle Beispiele sind Zalando und Klöckner & Co. „Die Wandelanleihenquote sehen wir als große Stärke, da es die Ertragskraft des Portfolios erlaubt, in Wachstumstitel investieren zu können, ohne Abstriche bei den Ausschüttungen zu machen.“

Weiterhin niedriges Zinsumfeld erwartet

Bei Rentenfonds stellt sich stets die Frage des Zinsänderungsrisikos für das bestehende Portfolio. „Nach unserer Einschätzung deuten die Signale der Notenbanken in den kommenden Jahren auf ein weiterhin niedriges Zinsumfeld. Durch unsere im Vergleich zu anderen Anleihenfonds sehr niedrige Duration von etwa 2,5 Jahren haben wir eine kostengünstige natürliche Absicherung gegen das Zinsänderungsrisiko. Dies sehen wir als eine der Stärken unseres Portfolios“ sagte Schmidt dazu.

Deutsches Rotes Kreuz

Drei Fragen an…
… Norbert Schmidt, Heemann Vermögensverwaltung

„Wir sehen uns als Value-Anleiheninvestor.“

stiftungsmarktplatz.eu: Herr Schmidt, Ihre Investitionsentscheidungen basieren auf eigener, fundamentaler Analyse. Was machen Sie anders, welche Punkte sind für Sie entscheidend, eine Anleihe zu kaufen oder nicht?
Schmidt:
Im Kern geht es darum, dass wir uns die Entwicklung der Cashflows anschauen und weniger das Rating. Und da ergeben sich teilweise spannende Erkenntnisse. Lassen Sie mich dies an ein paar Beispielen festmachen. Nehmen wir unsere 6,0%-Superior Industries-Anleihe, einen der weltgrößten Aluminiumfelgenhersteller. Hier hat der Markt nach unserer Einschätzung lange die Cashflowstärke ignoriert. Nehmen wir das Beispiel Upfield, das die Butter- und Margarine-Aktivitäten der Unilever unter einem Private Equity Investor fortführt. Das Unternehmen hat ein S&P-Rating von B+. Wir kamen trotz interessanter Rendite von nahezu 6% p.a. zu dem Schluss, die Anleihe mit leichtem Kursgewinn zu verkaufen. Unser letztes Beispiel: unsere 5,5%-Mobilux-Anleihe, die zum französischen Möbelhändler BUT gehört. Das Unternehmen war schon vor Corona sehr cashflow-stark und hat durch den eigenen Online-Marktplatz in den letzten Monaten einen Zusatzschub bekommen. Solche Unternehmen begeistern uns!

Sie schütten monatlich 0,25% aus, zuzüglich einer Sonderausschüttung im Folgejahr. Sind Ausschüttungen oberhalb 3% p.a. auch langfristig realistisch?
Schmidt:
Ja, definitiv! Aus mehreren Gründen: Erstens hat Corona gezeigt, dass die Welt nicht risikolos ist. Dies hat zu einer „Normalisierung“ des High Yield Marktes geführt, in dem auch wieder Emissionen mit Kupons von über 6% auf den Markt kamen. Wir sehen diese Phase auch als große Chance für unsere Investoren. Zweitens senden wir mit unseren Wandelanleihen im Portfolio das Signal, dass wir ein Teilportfolio in Wachstumstitel mit niedrigeren Kupons investieren können, ohne Abstriche an unserer Ausschüttungspolitik zu machen. Ganz wichtig hierbei: Die Ausschüttungen erfolgen allein aus den laufenden Erträgen und nicht aus der Substanz. Seit Fondsstart konnte ausnahmslos in jedem Monat ein höherer Ertrag als die Basis-Ausschüttung von monatlich 0,25 Euro je Fondsanteil erwirtschaftet werden und zusätzlich für die jährliche Sonderausschüttung angespart werden. Und nicht zuletzt wird das weitere Fondswachstum zu einer Fixkostendegression führen, die der Ertragskraft nachhaltig zu Gute kommt.

Sie verfolgen grundsätzlich eine Buy&Hold-Strategie, betonen aber auch die aktive Bewirtschaftung des Fonds. Wann setzen Sie welche Zusatzstrategien ein?
Schmidt:
Im Kern geht es darum, dass wir 6%-Anleihen nicht zu Kursen von 150 kaufen, die laufenden Zinsen ausschütten und die Kursverluste, die sich bei Fälligkeit realisieren, zu sinkenden Anteilspreisen führen. Wir sehen uns als Value-Anleiheninvestor. Das heißt: Wir haben zu unseren Anleihen eine klare Einschätzung, wann eine Refinanzierung und damit eine Rückzahlung zu welchem Kurs erfolgen wird. Und wenn die Rendite zu erwarteter Kündigung bzw. Rückzahlung unattraktiv wird, dann trennen wir uns auch vorzeitig von der betreffenden Anleihe. Diese Strategie verfolgen wir seit Beginn. Daneben investieren wir auch Ressourcen, um an Investments zu gelangen mit Emissionsvolumina kleiner 250 Mio. Euro. Wir sehen unseren Mehrwert darin, zu wissen, welche Investments wir eingehen wollen, und dann dafür zu arbeiten, dies zu bekommen, und nicht einfach nur das zu kaufen, was die Sales Teams der Investmentbanken anpreisen.

Zusammengefasst

Der Fonds hat zuzüglich zur monatlichen Ausschüttung in Höhe von 0,25% im April 2020 weitere 0,46% ausgeschüttet und kommt somit auf eine jährliche Ausschüttungsrendite von 3,46 %. Für 2021 ist ein ähnlich gutes Ergebnis avisiert: Die Sonderausschüttung soll um zwei Basispunkte auf 0,48% steigen. Das Fondsmanagement sieht sich durch Bondpicking aussichtsreich aufgestellt, diese Zahlen auch langfristig erreichen zu können (siehe Interview). Gutes Zeichen: Der Fonds weist stete Mittelzuflüsse auf.

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