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Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

FINVIA Impact Selection

Dachfondskonzept ermöglicht Stiftungen Einstieg in attraktive Assetklasse

ISIN: Ohne, da Kommanditgesellschaft nach luxemburgischen Recht
Typ: Globales Private Equity Fondsportfolio

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 6min39, FondsFibel 2023

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Der Fonds des Family Offices wendet sich an Stiftungen, die die Assetklasse Private Equity nutzen und gleichzeitig mit ihrem Vermögen in der Anlage einen nachhaltigen Impact erzielen möchten.

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Private Equity – Zugang über ein Dachfondskonzept

In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden während des Stiftungstages 2022 in Leipzig wurde zum Anlagemix von Stiftungen von Vertretern des Bereichs immer wieder sowohl Wunsch als auch Anspruch formuliert, künftig die Assetklasse Private Equity deutlich stärker als bislang zu nutzen. Der Wille sei auch bei kleinen und mittleren Stiftungen prinzipiell vorhanden, das Wissen um den Zugang und mögliche Vehikel dort einstweilen aber beschränkt. Mit dem FINVIA IMPACT Selection hat das Family Office nun einen Dachfonds aufgelegt, mit dem Stiftungen den Einstieg in die PE-Welt umsetzen können. Dieses Konzept sorgt zugleich für ein gewisses Maß an Diversifizierung, der Einstieg ab einem Invest von 200.000 Euro ermöglicht zahlreichen Stiftungen den Zugang. Der auf 12 Jahre definierte Zeithorizont des Fonds sollte sie als Langfristinvestoren in keiner Weise stressen. Die Laufzeit kann einmal nach Ermessen des Managements um zwei Jahre verlängert werden – eine Option, um eine ungünstige Phase für die Liquidation des Vermögens zu vermeiden. Zwei weitere 1-Jahresverlängerungen sind nur mit Zustimmung der Investoren möglich.

Auf einen Blick

Fondsart: Dachfonds-Konzept mit dem Ziel, vier bis sechs Impact-Fonds verschiedener Strategien, gemanagt von erfahrenen Anbietern, zu mischen. Der Fonds wird nach Artikel 8 SFDR beworben.

Ausschüttung: In der Investitionsphase keine Ausschüttung, ab dem ca. 4. Jahr beginnt die Harvest-Periode mit geplant steigenden Ausschüttungen, insgesamt wird eine zweistellige Rendite p.a. über die gesamte Laufzeit angestrebt.

Gut zu wissen: FINVIA wird ausführlich und regelmäßig über den Impact berichten – denn es wird ausschließlich in Fonds mit qualitativ hochstehender Berichterstattung investiert.

Wichtig für Stiftungen: Die Kosten in Höhe von 0,5% p.a. werden nur auf das gebundene Kapital fällig. Da das Kapital nicht in einer Summe, sondern auf Anforderung nach Investitionsgeschehen abgerufen wird, entstehen tatsächlich geringere Kosten. Dieser Effekt wird auch durch Rückflüsse durch Verkäufe in der späteren Fondsphase unterstützt. Also keine Kosten nach Zeichnungssumme, sondern nur nach tatsächlich zur Verfügung gestelltem Kapital.

Einschätzung: Wichtige Erweiterung des Anlageuniversums für Stiftungen in eine bislang in Stiftungsportfolios unterrepräsentierte Assetklasse.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche:
Barbara Wokurka, Head of Impact Investing beim FINVIA Family Office.
Telefon: +49 (0) 69 273 1147 0
E-Mail: info@finvia.fo

Der Fonds im QualiS360-Check

QualiS360-Check FINVIA IMPACT Selection

Zur Erklärung – so hilft QualiS360 Stiftungen bei der Fondsanlage weiter: QualiS360 ist eine Vier-Quadranten-Matrix, die Stiftungen dabei unterstützt, Fonds im Hinblick auf die eigenen Anlageziele zu vergleichen und die sachgerechte Entscheidung zu einem Fonds gegenüber der Stiftungsaufsicht zu dokumentieren. Auch der Vergleich von Fonds untereinander wird aus Stiftungssicht vereinfacht. Die vier Quadranten zeigen, bei welchem Leistungsmerkmal der jeweilige Fonds die stärkste bzw. geringste Ausprägung zeigt. Betrachtet werden die aus Stiftungssicht relevantesten Sphären Ausschüttung (also die Güte des ordentlichen Ertrags), Wertentwicklung (hieran hängen potentielle Umschichtungserlöse), Risiko (übersetzt in die Fähigkeit zum Vermeiden von Drawdowns) und Nachhaltigkeit (gemeint ist ein authentisches Nachhaltigkeitskonzept).
Die QualiS360-Matrix wurde in Zusammenarbeit mit stiftungscockpit.de entwickelt.

Direkt in die Transformation der Wirtschaft investieren

Sinn und die Notwendigkeit, demnach ein Portfolio auf der Höhe der Zeit auch Private Equity nutzen sollte, müssen an dieser Stelle nicht allzu breit ausgeführt werden: Attraktive Renditen, Diversifizierung für ein Stiftungsportfolio, minimierte Korrelation zum Kapitalmarkt sowie gute Umsetzbarkeit von ESG- und/oder Impact-Strategien können hier genügen. Gerade dieser letzte Punkt verdient Beachtung, denn ein Fonds, der liquide am Sekundärmarkt gehandelt wird, erzeugt durch einen Anteilstausch zwischen Aktionären ja keinen Impact. Das investierte Geld zum Beispiel einer Stiftung fließt nicht dem Unternehmen zu, sondern wechselt lediglich den Besitzer. „Echtes Impact Investing findet vielmehr dort statt, wo mit additivem Kapital sowie einem konkret festgelegten transformativen Ziel eine Investition in ökologischer und/oder sozialer Hinsicht realisiert wird. Davon abgesehen sollte der Zielerreichungsgrad und der damit verbundene Impact fortlaufend geprüft werden“ verdeutlicht Barbara Wokurka, Head of Impact Investing bei FINVIA.

Aufholpotenzial beim Aufbruch aus der Nische

Der FINVIA Impact Selection legt dabei grundsätzlich den Fokus der Positionierung auf innovative und im besten Fall disruptive Technologien und Geschäftsmodellen, die vom Umbau der Wirtschaft hin zu einem nachhaltigen Bestandteil der Welt profitieren werden. „Für die Umsetzung der notwendigen Transformationsleistung wird viel Kapital benötigt“ betont das Management. Ganz grundsätzlich stellt der Private Equity bzw. der Venture Capital-Markt das passende Finanzierungsvehikel für diesen Bedarf dar. Nach Ansicht der FINVIA-Experten ergibt sich zusätzliches Potenzial aus der Tatsache, dass Private Equity-Investments hierzulande noch ein Nischendasein fristen und somit namhaftes Aufholpotenzial bestehe. Zum Wesen des Impact-Ansatzes unter „Purpose&Profit“ später mehr.

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Portfoliokonstruktion basiert auf 4 bis 6 Zielfonds

Strategisch verfolgt das Fondsmanagement den Ansatz eines kompakten Portfolios, bei der vier bis sechs beste Impact Ideen über die Zielfonds zur Umsetzung kommen. Da jeder Zielfonds in der Regel in ca. 10-15 Portfoliounternehmen investiert, ist der Dachfonds gut diversifiziert. Der Schwerpunkt wird dabei auf Growth-Investments liegen, Venture Capital- und Buy-out-Strategien sollen beigemischt werden. Dies dient der Binnendiversifizierung und somit auch der Risikominimierung, sollte es zu Rotationen in den Segmenten des PE-Bereichs kommen. Betrachtet man die drei genannten Strategien in der Vergangenheit, zeigen sich durchaus Unterschiede: Während Growth-Strategien in diesem Kontext das defensivste Risiko-Rendite-Profil aufweisen, sind Buy-out-Strategien und vor allem VC-Engagements im Early Stage offensiver. Wenn man so will, dienen die beiden Beimischungen somit der Renditesteigerung bei insgesamt akzeptablem Risiko-Rendite-Profil, das sich aus der Mischung der drei Segmente ergibt. Der Schwerpunkt der Investments wird in den entwickelten Ländern liegen.

Purpose & Profit

Für die Verantwortlichen von FINVIA ist es wichtig zu betonen, dass Impact-Investoren –natürlich- nicht bereit sind, auf Rendite zu verzichten. Das ist gerade für große, international agierende Impact-Investoren auch theoretisch gar nicht darstellbar – nirgends existiert Kapital bei Pensionsgesellschaften, Versicherungen oder Family Offices, das per Definition ein paar Prozente verschenken darf. Der Impact Selection wird daher so aufgebaut, dass die marktübliche risikoadjustierte Rendite angestrebt wird und es den Impact dazu gibt: Purpose & Profit. „Im Private Equity Segment beispielsweise betrugen die tatsächlich erzielten IRR’s (Internal Rate of Return) seit Auflage zwischen 16-18% p.a. brutto“ nennt Wokurka konkrete Zahlen. (Quelle: GIIN, Annual Impact Investor Survey, 2020). Allerdings ist zu beachten, dass die angestrebten Gewinne nicht linear eingefahren werden, sondern es eine Aufbauphase gibt, an die sich die Harvest-Phase anschließt. Schließlich erfolgt noch eine Abschluss- oder Veräußerungs-Sequenz, wie man sie zum Beispiel von geschlossenen Infrastrukturvermögen mit festgelegter Laufzeit kennt.

Ein thematischer Schwerpunkt: Klimawandel bremsen

Der Fonds wird mit genannter Strategie und Ausrichtung aus dem weiten Bereich der ESG-Themen insbesondere die Segmente Umwelt/Klima sowie Soziales adressieren. Die Bekämpfung des Klimawandels nimmt dabei die zentrale Rolle ein. Das ist einerseits inhaltlich begründet, denn der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen muss für jeden Impact-Investor hohe Wichtigkeit besitzen. Das Vorgehen folgt aber auch insofern der praktischen Umsetzbarkeit, als nach FINVIA-Einschätzung derzeit etwa 90% der PE/VC-Impactfonds sich eben dieser Herausforderung annehmen. Somit ergeben sich in diesem Sektor die meisten Investmentangebote mit der Chance, die besten Ideen herauszufiltern.

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In welche Geschäftsmodelle genau soll investiert werden?

Als Haupt-Zielfondskategorie kommen somit die sogenannten KlimaTech-Fonds in Frage. Diese umfassen mit den jeweiligen individuellen Schwerpunkten Geschäftsmodelle im Bereich Gebäude&Gebäudewirtschaft (z.B. Dämmung, intelligente Haussteuerung etc.), Mobilität&Transport (E-Mobilität, Software), alternative Energieerzeugung, Lebensmittel&Landwirtschaft sowie Rohstoffe&Produktion. Der Bereich Soziales korreliert mit dieser Ausrichtung, denn effiziente und ökologische Landwirtschaft oder Investitionen in Unternehmen, die auf innovative Weise daran arbeiten, dass weniger Nahrungsmittel verderben, erfüllen die SDGs der UN mit sozialer Ausrichtung (SDG 2 kein Hunger). Dazu zählen auch Geschäftsmodelle wie Immobiliengesellschaften, die in Sozialimmobilien oder auf andere geeignete Weise in nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11) investieren.

Qualität des Netzwerks in der Impact-Szene wichtig

Wie bei jedem Dachfonds ist die Auswahl und Zusammensetzung der Zielfonds entscheidend für den Erfolg der Investition. FINVIA selbst ist erst vor wenigen Jahren gegründet worden, die handelnden Manager besitzen aber häufig jahrzehntelange Erfahrung im Genre des Private Equity – Investierens. In einer Präsentation wird das Investment-Universum an Impact-Managern umrissen, das für den Impact Selection infrage kommt. Neben US-amerikanischen Gesellschaften sind dies europäische, häufig skandinavische Unternehmen. Zwei Gesellschaften sind bereits durch das Investment-Komitee genehmigt worden: General Atlantic (USA) und Astanor Ventures (Belgien). General Atlantic zählt mit 85 Mrd. USD under management zu den etablierten Anbietern. Die Net-IRR in den vergangenen zehn Jahren beträgt 26% (Stand Q4/2021). FINVIA ist hier  ein Engagement in dem Fonds „Beyond Net Zero“ eingegangen. Dieses Vehikel ist dem Bereich Growth zuzuordnen, der Fokus liegt auf Dekarbonisierung, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Astanor Ventures ist ein auf Agri-FoodTech spezialisierter PE-Investor aus Belgien. Der 1. Agri-Tech-Fonds des Hauses war 2018 aufgelegt worden und ist seit 2021 voll investiert. Der nun anstehende 2. Agri-Tech-Fonds strebt ein Zielvermögen von 350 Mio. EUR an und ist dem Bereich Venture Capital zuzuordnen. Nicht weiter ausgeführt werden muss, dass FINVIA vor einem Engagement eine umfangreiche Due Diligence zum Profil und den Zielvorstellungen aus Investment- und ESG sowie Impact-Perspektive der Manager und Zielfonds durchführt.

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Zusammengefasst

Der Fonds bietet Stiftungen einen einfachen und kostengünstigen Zugang zur Assetklasse Private Equity und somit die Chance zu diversifizieren. Die Streuung über Themen und Strategien minimiert die Risiken. Die Anlage ist illiquide und auf 12 Jahre angelegt, allerdings dürfte sich für Angebote dieser Art zunehmend ein Zweitmarkt bilden. Insgesamt bringt der Dachfonds Stiftungen in deren Vermögensanlage ein gehöriges Stück weiter, denn es sind Ausschüttungen sehr deutlich oberhalb der viel beschworenen 3%-Marke zu erwarten.