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Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

FAROS Listed Real Assets AMI

Hier investieren Stiftungen in Infrastrukturtitel verschiedener Segmente

ISIN: DE000A2P23R0
Typ: Aktienfonds Realwerte

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 6min31, FondsFibel 2022

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Aktualisierung, Stand 31.07.2022

Sektor Erneuerbare Energien jetzt übergewichtet

Der Fonds hatte sich im volatilen Umfeld der 1. Halbjahres sehr gut gehalten. Im Juni schlugen aber die anhaltend hohe Inflation und zunehmende Rezessionsrisiken voll auf die Aktienmärkte durch. Der FAROS Listed Real Assets gab 6% nach. Diese Delle wurde im Juli aber komplett ausgebügelt. In der Betrachtung seit Jahresanfang zeigt sich damit weiterhin das deutlich niedrigere Verlustrisiko von Real Assets gegenüber dem allgemeinen Aktienmarkt.

Anfang Juni hat FAROS ein umfangreiches Rebalancing vorgenommen, wobei etwa 15% des Portfolios ausgetauscht wurde. „In der taktischen Allokation haben wir Erneuerbare Energien zu Lasten von Immobilien leicht übergewichtet. Regional bleibt Nordamerika gegenüber Europa und Asien etwas untergewichtet“ heißt es dazu vom Fondsmanagement.

Wir sind weiterhin vom Erfolg der Strategie überzeugt, da der wirtschaftliche Erfolg der Portfoliounternehmen anhält – die Einnahmeseite von Stromerzeugern, Logistikunternehmen oder Wasserversorgern ist von Kursrückgängen ja nicht betroffen. Somit stellt sich die Income-Seite des Fonds als intakt dar. Das Ziel einer Ausschüttungsrendite von 3,5% steht nicht nur weiterhin – angesichts des aktuell leicht ermäßigten Kurses ergibt sich sogar eine erhöhte Einstandsrendite.

Ausschüttungsdatenbank DIE NEUEN

Repetitive Erträge, Inflationsschutz und Sicherheit: Mit diesem Dreiklang wendet sich der Fonds an langfristig denkende Investoren wie Stiftungen. Immobilien, Infrastruktur, nachhaltige Energieerzeugung und nachwachsende Rohstoffe erfüllen nicht nur die Investitionsbedürfnisse vieler Stiftungen, sie sollten in keinem Stiftungsportfolio fehlen. Mit dem FAROS Listed Real Assets AMI eröffnet der Frankfurter Investment Consultant Stiftungen jetzt die Möglichkeit, die genannten Assetklassen mit einem einzigen Fonds zu adressieren. Die im Selektionsprozess implementierte ESG-Komponente macht den Fonds noch interessanter, demnächst wird die Klassifizierung als Artikel 8-Fonds erfolgen.

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Gute Möglichkeit für Stiftungen, mit anderen langfristig denkenden Investorengruppen gemeinsam investiert zu sein

Die Faros Fiduciary Management AG (Frankfurt) zählt zu den großen Vermögensberatern für institutionelle Anleger und Family Offices in Deutschland. Der Fonds wurde zusammen mit einem Ankerinvestor aus dem kirchlichen Bereich aufgelegt. Gemeinsam wurde entschieden, den Fonds allen Anlegern zugänglich zu machen, wenngleich die Kernzielgruppe langfristig denkende Gruppen wie Pensionsfonds oder eben Stiftungen sind. „Derzeit ist dies unser einziges Retail-Produkt“ sagt Portfoliomanager Thorsten Wellein, der den Fonds zusammen mit Martin Dürr lenkt.

Für Stiftungen ergibt sich so die Möglichkeit, Expertise, Netzwerk und Erfahrung eines auf langfristige Anlagen spezialisierten Anbieters günstig zu nutzen, denn die TER der ausschüttenden Tranche liegt bei 0,82% – und gleichzeitig auf eine relativ homogene Anlegergemeinschaft zu treffen. Denn Faros ist fest im institutionellen Geschäft verankert.

Auf einen Blick

Fondsart: Aktienfonds, investiert in Infrastrukturaktien der Sektoren Immobilien, Infrastruktur, nachhaltige Energieerzeugung und nachwachsende Rohstoffe mit Schwerpunkt Europa, USA und Asien.

ISIN: ausschüttende Tranche DE000A2P23R0

Ausschüttung: Ziel des Fonds ist es, mit dem Kurs die Jahresinflation auszugleichen und 3,5% auszuschütten. Für das erste Jahr hat das mit einer Performance von 10,8% gut geklappt, so dass bereits ausschüttungsfähige Reserven existieren.

Gut zu wissen: Der Fonds setzt konsequent nachhaltige Kriterien bei der Titelselektion um. In wenigen Monaten soll die Deklarierung als Artikel 8 Fonds im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung erfolgen.

Wichtig für Stiftungen: Der Fonds ist jederzeit über Equity-Tail-Risk-Hedges (Auslösung minus 10%) und auch im Bereich Währungen abgesichert. Drawdowns werden dadurch erheblich minimiert, weil die Optionen bis zum Verfall gehalten werden.

Einschätzung: Optimales Produkt für Stiftungen, um der Inflation etwas entgegen zu setzen. Es steht zwar nicht Stiftungsfonds dran, durch die Absicherung und die angestrebte Einkommenskomponente ist der Fonds aber ausgesprochen stiftungsgeeignet.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche:  Raphael Schwartze, r.schwartze@faros-consulting.de

Der Fonds im QualiS360-Check

QualiS360 - FAROS Listed Real Assets Fund

Zur Erklärung – so hilft QualiS360 Stiftungen bei der Fondsanlage weiter: QualiS360 ist eine Vier-Quadranten-Matrix, die Stiftungen dabei unterstützt, Fonds im Hinblick auf die eigenen Anlageziele zu vergleichen und die sachgerechte Entscheidung zu einem Fonds gegenüber der Stiftungsaufsicht zu dokumentieren. Auch der Vergleich von Fonds untereinander wird aus Stiftungssicht vereinfacht. Die vier Quadranten zeigen, bei welchem Leistungsmerkmal der jeweilige Fonds die stärkste bzw. geringste Ausprägung zeigt. Betrachtet werden die aus Stiftungssicht relevantesten Sphären Ausschüttung (also die Güte des ordentlichen Ertrags), Wertentwicklung (hieran hängen potentielle Umschichtungserlöse), Risiko (übersetzt in die Fähigkeit zum Vermeiden von Drawdowns) und Nachhaltigkeit (gemeint ist ein authentisches Nachhaltigkeitskonzept).
Die QualiS360-Matrix wurde in Zusammenarbeit mit stiftungscockpit.de entwickelt.

Taxonomie-Diskussion ohne Einfluss: Atomkraft? Nein Danke!

Vorweg gleich die Entwarnung: Befürchtungen, durch die geplante neue Taxonomie der EU, die Atomkraft und Stromerzeugung in Gaskraftwerken als nachhaltige und grüne Technologie einstufen will, über den Umweg eines Infrastruktur-Investments gewissermaßen verstrahlte Titel ins Portfolio zu erhalten, sind beim Faros LRA gegenstandslos. „Die EU kann ihre Taxonomie ändern wie sie will, wir haben Atomenergie in unserem Portfolio ausgeschlossen, und das bleibt auch weiterhin so“ bekräftigte Fondsmanager Martin Dürr auf Nachfrage.

Die Diskussion sei ohnehin eher theoretischer Natur, weil die üblichen Verdächtigen, also die angestammten Versorger, nicht den Anforderungen genügen, die Faros in Hinsicht an Nachhaltigkeit, Geschäftsmodell oder Dividendensicherheit an seine Picks stellt. „Das sind Unternehmen, die wir ohnehin als nicht hinreichend attraktiv einschätzen, die fallen auch so zum Beispiel wegen der Risiken aus den Abhängigkeiten von Commodity-Preisen durch den Auswahlprozess“ bekräftigt Dürr.

Strategische Aufteilung in vier Sektoren und drei Regionen

Der FAROS Listed Real Assets AMI ist als reiner Aktienfonds aufgelegt. Die Titel werden nach klassischer Top-Down-Analyse innerhalb eines strategischen Rahmens selektiert. Dieser Rahmen sieht thematisch eine Zielallokation von 45% Infrastruktur, 30% Immobilien, 20 % erneuerbare Energien und 5% nachwachsende Rohstoffe vor. Die Verteilung über die Regionen erfolgt gleichgewichtet zu je einem Drittel in Europa, den USA und Asien/Pazifik. Innerhalb dieses Rasters sind taktische Abweichungen von bis zu 5% möglich.

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Auf der Suche nach den „Asset Owners“

Die Selektion erfolgt durch Filterung des Universums mit Fokus auf nachhaltige „Asset-Owner“-Portfolios. „Am liebsten ist es uns, wenn die Bilanz hauptsächlich aus den Sachanlagen besteht“ formuliert es Wellein. Im Auswahlprozess sei man cash-flow-orientiert und prüfe die Stabilität der Zuflüsse, ergänzt Dürr. Zielunternehmen dürften nicht zu hoch verschuldet sein, „am liebsten sind uns fondsähnliche Unternehmen mit diversifizierten Portfolios.“ Das bedeutet, dass der Fonds ausschließlich in sogenannte Brownfields investiert, also fertiggestellte Infrastrukturanlagen, Immobilien oder Plantagen, die bereits im Betrieb sind. Deshalb finden sich auch keine Immobilienentwickler im Portfolio. Das globale Investment-Universum beziffern die Fondsmanager auf etwa 900 Titel, aus denen ein Portfolio von 70 bis 80 Titeln gebildet wird. „Da die allermeisten Titel bis auf wenige Ausnahmen auch in sich über zahlreiche unterschiedliche Subthemen gestreut sind ergibt sich eine breite Diversifikation unseres Portfolios“ betonen die Manager.

Real Asset vs. Fixed Income vs. Blind Pool

Der Ansatz, die Breite des Marktes über börsennotierte Unternehmen und nicht über einen geschlossenen Fonds zu erschließen und zudem gleichzeitig eine Alternative zu Anleihen zu schaffen führt zum Umstand, dass Stiftungen eine Investition ihrem oftmals begrenzten Aktienanteil zurechnen müssen – obwohl es sich dem Wesen nach eigentlich um Real Assets handelt. Es bestehen aber gegenüber geschlossenen Fonds zwei wesentliche Vorteile: Weder muss eine Stiftung einen Blind Pool kaufen, also ein Portfolio, das sich erst im Aufbau befindet, noch besteht die Hemmnis der Illiquidität. Und, betont Dürr, die Konstruktion über ein Aktienportfolio erlaubt gewinnbringende Agilität: „Wir erlangen durch unsere Arbeit in der Branche Informationen über die Pipelines geschlossener Fonds und können in unserer Konstruktion wesentlich schneller agieren.“ Die Rückschlüsse aus der Beobachtung geschlossener Angebote fließe direkt in die eigene Sektor- und Regio-Allokation ein.

#vtfds2022

ESG-Check fest im Investitionsprozess verankert

Faros arbeitet im Bereich der ESG-Kriterien mit MSCI zusammen. Die Bank für Kirche und Caritas BKC berät Faros bezüglich der Operationalisierung der Kriterien auf Basis der MSCI-Daten. Ganz grundsätzlich werden die nach ESG-Scoring schlechtesten 20% der Kandidaten ausgeschlossen. Im Zentrum der Prüfung stehen die Umweltsachverhalte: Förderung und Verstromung fossiler Energieträger sind ausgeschlossen, ebenso Atomkraft, wobei allerdings Ausnahmeregelungen bis zu 5% des Umsatzes der Zielaktie gelten. Dass es sich beim Ankerinvestor um eine kirchliche Einrichtung handelt lässt sich einigen Governance-Regelungen entnehmen, die Kontrazeptiva und Abtreibungen sowie Stammzellenforschung und Gentechnik ausschließen. Das hat im Immobilien- und Infrastrukturbereich nicht wirklich Relevanz, wurde aber dennoch in die Regularien aufgenommen.

Equity-Tail-Risk Hedge versichert das Portfolio gegen Marktverwerfungen

Mit einer regelbasierten Risikovorsorge kommt der Fonds dem besonderen Sicherheits- und Werterhaltungsbedürfnis von Stiftungen entgegen. Ein Teil des laufenden Ertrags (10 Basispunkte pro Monat) wird dabei wenn man so will in eine „Versicherung“ gegen extreme Rückgänge auf dem Aktienmarkt investiert. Immobilien- und Infrastrukturaktien korrelieren anders als Immobilien selber mit dem Kapitalmarkt – wenn auch gedämpft. „Zur Absicherung werden nach einem regelbasierten System Put-Optionen auf Aktienindizes gekauft und bis zur Fälligkeit gehalten“ erläutern die Fondsmanager. Die Restlaufzeit bei Kauf beträgt 3 Monate mit Strike 10% unter dem aktuellen Wert. Diese Optionen sind weit aus dem Geld und damit relativ preiswert, so dass ein hohes Maß an Absicherung erreicht wird, falls der Markt in der Breite in die Knie geht. Entsprechend der globalen Aufstellung des Fonds kommen nur große indizes in Frage: S&P 500, FTSE 100, EuroStoxx 50, Hang-Seng-Index. Zum Ende des 3. Quartals war ein Drittel des Portfolios abgesichert.

Janssen Stiftung

Wechselkursrisiken werden ebenfalls gehedgt

Wechselkursrisiken werden systematisch durch FX-Futures abgesichert, wobei Futures der CME (Chicago Mercantile Exchange) genutzt werden. Konkret werden vier Kurse abgesichert: AUD/EUR / GBP/EUR / CAD/EUR und USD/EUR. Die an den US-Dollar gekoppelte Währungen werden durch US-Dollar gesichert (z.B. SGD, HKD). Währungen mit geringer Gewichtung, zum Beispiel in Neuseeland NZD. werden durch verwandte Währungen gesichert, in diesem Fall durch AUD. Währungen mit geringer Gewichtung und ohne geeigneten Futures-Kontrakt werden nicht gesichert. Angestrebt wird die Währungsabsicherung von ca. 70% des Gesamtexposures. „Der Rest bleibt zur Ausnutzung des so genannten „Natural Hedge“ ungesichert“.

Ausschüttungsziel liegt bei mindestens 3,5% im Jahr

Das abgelaufene Jahr wurde mit einem Plus von 10,6 % abgeschlossen, der Dezember brachte mit 2% Zuwachs nochmals einen Schub. Bislang seien überwiegend Kursgewinne zu verzeichnen gewesen, sagt Wellein. Grundsätzlich setzt der Fonds natürlich auf die Ausschüttungen/Dividenden der Portfolio-Unternehmen, woraus eine Mindestausschüttung von 3,5% p.a. erwirtschaftet werden soll. Deshalb achtet das Management bereits bei der Auswahl darauf, dass die Zielunternehmen mindestens 50% ihrer Gewinne ausschütten. Bei den Dividenden seien die Zahlungen in der erwarteten Höhe eingegangen, berichtet Dürr. Der sehr geringe Anteil der Underperformer im 70 Titel starken Portfolio sei durch höher als erwartet ausgefallene Dividenden von andeen Unternehmen überkompensiert worden. Im 4. Quartal 2021 war Faros mit der Performance des zusammengestellten Portfolios sehr zufrieden, so dass keine neue Beteiligung eingegangen wurde. Das spricht für die Qualität des Selektionsprozess, der stetig weiter verfeinert wird.

Zusammengefasst

Der Fonds ist Gestalt gewordene langfristige Anlagephilosophie. Ohne Weiteres könnte auch die 4 vor dem Komma bei der Ausschüttung stehen, denn die Absicherung kostet 1,2% pro Jahr, aber diese Maximierung ist gerade nicht das Thema von Faros – sondern verlässliche Ausschüttung bei minimierter Volatilität. Besonders interessant werden Stiftungen finden, dass die Ausschüttungen durch die Dividenden der Portfoliounternehmen, die sich aus miet-, maut- oder auch Stromerzeugungseinnahmen speisen, ungeachtet deren Kursverläufen als weitgehend gesichert und vor allen Dingen inflationsgeschützt gelten dürfen. Nicht nur deshalb ist der FAROS Listed Real Assets AMI als besonders stiftungsgeeignet zu bezeichnen.

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