FondsFibel2022
Blick in den Rückspiegel

Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

Blick in den Rückspiegel

Links auf die Überholspur fühlten sich einige der #fondsfibel-NEUEN in 2021 am wohlsten

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 6min51

Blick in den Rückspiegel

In vorangegangenen Ausgaben und Updates hatten wir eine Reihe neuer Fondskonzepte vorgestellt, die sich direkt an Stiftungen wenden oder vom Konzept her grundsätzlich geeignet sind. Wie haben sich diese Fonds entwickelt? Was lässt sich daraus für Anlagekonzepte für Stiftungen lernen? Diese und weitere Fragen beantworten wir in der folgenden Analyse.

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FU Fonds – Bonds Monthly Income

Die Heemann Vermögensverwaltung AG ist als Fondsmanager des monatlich ausschüttenden Rentenfonds FU Fonds – Bonds Monthly Income (LU1960394903) weiterhin ausgesprochen erfolgreich. Im Dezember wurde die Marke von 20 Mio. EUR beim Fondsvolumen überschritten. Die auch weiterhin zu verzeichnenden Mittelzuflüsse zeigen, dass das Konzept Investoren überzeugt.

Sonderausschüttung für April 2022 aufgestockt

Das 2. Halbjahr 2021 verlief so gut, dass nun die Erhöhung der Sonderausschüttung für das Jahr 2021 beschlossen werden konnte. Basis hierfür sind erneut gestiegene Zinserträge nach Kosten. Die Ausschüttung von 0,75 Euro je Fondsanteil (0,25 EUR regulär, 0,50 EUR Sonderzahlung) wird im April 2022 vorgenommen. Nach 0,46 EUR für 2019 und 0,48 EUR für 2020 gibt es nun also eine weitere Steigerung. Für das laufende Jahr zeichnet sich wieder die stabile Basis-Ausschüttung von 0,25 Euro pro Anteil jeweils zur Monatsmitte ab. In 2021 wurde bis auf den Januar, als mit exakt 0,25 EUR die Ausschüttungssumme vereinnahmt worden war, in jedem einzelnen Monat mehr verdient worden, woraus sich die Sonderzahlung speist. Beste Monate waren September und November mit jeweils 0,36 EUR Rendite.

#vtfds2022

Seit Auflegung jeder einzelne Monat positiv

Seit Fondsstart konnte ausnahmslos in jedem Monat mindestens die Ausschüttung, ganz überwiegend jedoch ein höherer Ertrag als die Basis-Ausschüttung von monatlich 0,25 Euro je Fondsanteil erwirtschaftet werden. Die Fondspreisentwicklung konnte sich zuletzt dem allgemein negativen Marktumfeld nicht entziehen. Bei einzelnen Wandelanleihen und KMU-Anleihen wurden überproportionale Kursrückgänge verzeichnet. Aufgrund weiterhin positiver fundamentaler Einschätzungen zu jedem einzelnen Emittenten wird die aktuelle Marktphase auch für selektive opportunistische Käufe genutzt. Die Zinsänderungsrisiken des Portfolios habe man im Blick und entsprechend abgesichert, ließ Fondsmanager Norbert Schmidt wissen.

Zusammengefasst

Der Fonds hat neben den Coupons zusätzliche Einnahmequellen aus Initialratings und Ratinghochstufungen sowie je nach Convenants auch durch vorzeitige Rückzahlungen. Etliche mittlerweile in den IG-Bereich hochgestufte Anleihen im Fonds rentieren mit mehr als 6%, so dass die Aussichten weiterhin sehr gut sind.

Squad Aguja Opportunities

Das Sondervermögen (ISIN: DE000A2QNF69 ,thesaurierende I-Tranche DE000A2AR9C9) hat das Jahr mit einem Plus von 4,76% abgeschlossen. Dadurch fällt die Durchschnittsrendite seit Auflegung leicht auf 10,93% p.a. Angesichts relativ geringer Volatilität überzeugt der Fonds damit weiterhin uneingeschränkt. Die Ausschüttung für 2021 fand Ende des Jahres statt und betrug 3 Euro pro Anteil. Bei Kursen um 168 EUR entspricht dies einer Ausschüttungsrendite von 1,8%. Wer von Anfang an zum Ausgabepreis von 100 EUR dabei war erreicht mit diesem Fonds weiterhin die magischen Grenze von 3% Ausschüttung.

Sehr aktives Management

Im Dezember wurden einzelne Titel, die zuletzt unter Druck geraten waren, nachgekauft. Hierzu zählen die Wandelanleihen von Jet2 und Twitter, sowie Aktien von EG7, Porsche, Bolloré, Nomad Foods, Pinterest und On the Beach. Mit Just Eat wurde eine neue Wandelanleihe gekauft. Diese steht bei um die 90% und weist ein geringes Aktiendelta auf – sie ist damit eher als Anleiheninvestment zu klassifizieren, bietet aber auch Chancen bei positiver Entwicklung der Aktie und bringt aktuell eine Rendite von ca. 3,5% (in Euro). „Abgesichert durch den strategischen Wert der Plattformen der einzelnen Länder ist die Anleihe aus unserer Sicht attraktiv und der Aktie vorzuziehen, deren Wert stärker von der Wettbewerbssituation und anderen Faktoren abhängig ist“ bewerten die Fondsmanager Fabian Leuchtner und Dimitri Widmann dieses Invest.

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Interessante Engagements in Georgien

Neuigkeiten bei Bolloré: Das französische Unternehmen gab bekannt, Bolloré Africa Logistics (unter anderem Hafenbetrieb in Afrika) zu einer Bewertung von 5,7 Mrd. Euro potenziell an MSC zu verkaufen . Der Kaufpreis liegt deutlich über den zuvor kursierenden Erwartungen und wäre sehr positiv, da das Unternehmen dadurch eine schlankere, einfachere Struktur anstreben könnte. Die Aktie reagierte entsprechend positiv (ca. +10%) auf die Meldung. Neben Bolloré wurde mit Georgia Capital zuletzt eine weitere Holding ins Portfolio aufgenommen. Das Unternehmen hält verschiedene Assets in Georgien. Georgien ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort (7. Platz von 190 Staaten im Doing Business Ranking 2020 der Weltbank). Die wichtigsten Bereiche sind HealthCare (Krankenhäuser und Apotheken), Wasserversorgung, eine Bank (Bank of Georgia), Versicherungen, Schulen und regenerative Energie. Somit liefert die Firma auch einen positiven gesellschaftlichen Einfluss. Die in London gelistete Firma wies zum Kaufzeitpunkt einen NAV Discount von über 50% auf, auch die absolute Bewertung erschien dem Fondsmanagement attraktiv. So handelt Bank of Georgia bspw. zu einem KGV von ca. 5, trotz eines oligopolistischen Marktes, solider Bilanz und hohen Kapitalrenditen. Silvester gab die Firma bekannt, einen Investor für das Wasserversorgungsgeschäft gefunden zu haben, „was sehr positiv am Markt aufgenommen wurde und aus unserer Sicht einer mehrerer potentieller Trigger war. Der gebotene Preis lag hierbei wesentlich über dem letzten unabhängig ermittelten Net Asset Value für das Unternehmen.“ Ebenfalls deutlich positiv entwickelten sich im Dezember Focus Home, Porsche und On the Beach.

Fondsmanagement weiterhin optimistisch

Für 2022 sind die beiden Fondsmanager weiterhin optimistisch eingestellt, auch wenn Themen wie die Omikron-Variante, Supply-Chain Probleme, Inflation, Chinesische Regulierungen und steigende Zinsen zuletzt zu teils radikalen Kursentwicklungen geführt hatten. „Ein solches Umfeld bringt für Stock-Picker sehr viele Chancen, da oft irrationale, übertriebene Bewegungen zu beobachten sind. Aus diesem Grund sehen wir aktuell große Chancen bei ausgewählten Aktien und Wandelanleihen, die (unberechtigt) stark gefallen sind und/oder die sich in Sondersituationen, wie Spin-offs oder anderen Maßnahmen, befinden“ analysiert das Duo. Die Kombination aus teils wieder günstigen Bewertungen, noch immer niedrigen Zinsen und großem Investitionsbedarf sollte auch zu einer erhöhten M&A-Aktivität führen: „Auch hieraus können sich sehr spannende, wenig mit dem Markt korrelierte Opportunitäten ergeben. Rein zinsgetriebene Investments in Anleihen und Wandelanleihen mit langer Laufzeit (langer Duration) erachten wir aktuell als wenig attraktiv. Wandelanleihen mit kürzerer Laufzeit und einem asymmetrischen Chance-Risiko Profil werden hingegen aktuell höher gewichtet.“

Zusammengefasst

Der Fonds passt aus zwei Gründen sehr gut in ein Stiftungsportfolio: Der track-record lässt auch weiterhin ansehnliche Ausschüttungen erwarten. Zugleich bringt der Squad Aguja Opportunities zweitens auch unverzichtbare Diversifikation ins Stiftungsportfolio, zum Teil sogar unkorreliert mit dem Kapitalmarkt.

HAC Marathon Stiftungsfonds

Der Marathon Stiftungsfonds (LU1315150497) setzt den Schwerpunkt auf ein regelbasiert zusammengesetztes, benchmarkunabhängiges Portfolio, das erstklassige, internationale Qualitätsaktien umfasst. Zwischen 250 und mehr als 400 Titel liegen im Fonds. Investiert wird nach den Signalen des hauseigenen Pfadfinder-Systems. Und das funktioniert ziemlich zuverlässig. Nach mehr als 10% Performance in 2020 wurde 2021 sogar mit einem Plus von 14,7% abgeschlossen. Von der seit Jahren guten Performance profitieren die Anleger, wie die Zahlen zeigen:

2018: 3,20 € pro Anteil – Kurs am 27.03.2018: 151,73 € (2,11%)

2019: 3,80 € pro Anteil – Kurs am 02.08.2019: 163,33 € (2,30%)

2020: 3,86 € pro Anteil – Kurs am 04.08.2020: 167,42 € (2,31%)

2021: 4,54 € pro Anteil – Kurs am 02.08.21: 187,53 € (2,42%)

Für 2022 strebt das Management eine weitere Erhöhung an – die genaue Ausschüttung hängt natürlich auch am Verlauf des Jahres, wenngleich ausschüttungsfähige Reserven in jedem Fall vorhanden sind.

Janssen Stiftung

Ins neue Jahr geht der Fonds weiterhin mit hohem Aktienanteil

In das neue Jahr geht der Fonds zu 78% in Aktien, zu 10% in Gold (Xetra- & Euwax-Gold-Zertifikate), zu 8% in Staatsanleihen aus Deutschland und der Schweiz sowie zu netto 4% in Liquidität investiert. Das auf Basis von MSCI-Daten ermittelte ESG-Nachhaltigkeitsrating des Fonds beläuft sich auf „AA“. „Die Aktienmärkte profitierten 2021 von historisch niedrigen Zinsen, dem Gelddrucken der Notenbanken, diversen Konjunkturpaketen, steigenden Unternehmensgewinnen und einer zunehmenden Risikobereitschaft auf Anlegerseite. Von den großen, internationalen Standardwerten im S&P Global 1200 verzeichneten 78% Kursgewinne, nur 22% aller Titel beendeten das Jahr im Minus“ benennt Fondsmanager Daniel Haase die Gründe für den Höhenflug. Die Qualitätsaktien des HAC Stiftungsfonds konnten im beschriebenen Umfeld gut 19% zulegen. Aufgrund des starken Schweizer Franken konnte das Anleiheportfolio dem negativen Trend am Rentenmarkt (steigende Zinsen = sinkende Kurse) widerstehen. Die Goldpositionen, die zur Stabilität, nicht aus Ertragsgründen gehalten wird, stiegen dank günstiger Nachkäufe im Jahresverlauf um mehr als 5% im Wert. „Für 2022 rechnen wir mit weniger Rückenwind von Seiten der Notenbanken. Unsere Konzentration auf Qualitätsaktien und unser Pfadfinder-System sollten sich in diesem Umfeld erneut auszahlen“, bleibt Haase optimistisch gestimmt.

Zusammengefasst

Der Fonds hat bislang in Bären- und in Bullenmärkten gleichermaßen geliefert, das proprietäre Pfadfinder-Tool, das stetig verfeinert wird, ermöglichte bislang überzeugende Ergebnisse. Aus heutiger Sicht spricht nichts dagegen, dass der Fonds diese überdurchschnittliche Entwicklung fortsetzt.

Stiftungsfonds ESG Global

Der Stiftungsfonds mit den beiden Initiatoren und Ankerinvestoren Bingo Umweltstiftung und Heinz-Sielmann-Stiftung (DE000DK0LJZ7) hat als klassischer Mischfonds seiner überdurchschnittliche Entwicklung in 2021 fortgesetzt. Nach 17,87% in 2019 und 7,95% in 2020 wurden im abgelaufenen Jahr nochmals 14,27% eingefahren. Das ist eine reife Leistung, die um so höher einzuschätzen ist, als etwa im März 2020 der Rücksetzer von 8% auf Monatssicht bereits im April fast vollständig aufgeholt war. Angesichts des Anleiheportfolios im Investment Grade mit minimalen Coupons kommt der Ertrag eindeutig aus dem Aktienteil des Portfolios.

Die letzte Ausschüttung im Februar 2021 betrug 1,30 EUR, die nun anstehende Auszahlung dürfte aufgestockt werden, insgesamt wird Wert auf eine kontinuierliche Ausschüttung gelegt, sagen Michael Beier (Heinz Sielmann Stiftung), Karsten Behr (BINGO-Umweltstiftung) und Andreas Fiedler (EB-SIM) im aktuellen Fondsfibel-Interview (hier). Der Fonds investiert weiterhin unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsgedanken weltweit in Anleihen von Staaten und Unternehmen, Aktien und zur Beimischung und Risikoregulierung bspw. in Immobilien (in Form von REITs oder Aktien von Immobilienunternehmen) und Edelmetalle (in Form von Zertifikaten, Aktien oder Fonds). Grundlage der angewandten Nachhaltigkeitskriterien ist der Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlagen in der evangelischen Kirche („EKD-Leitfaden“). Der Fonds ist nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung klassiert.

Zusammengefasst

Mit den fulminanten zurückliegenden drei Jahren hat der Fonds ein schönes ausschüttungsfähiges Polster anlegen können, um kontinuierlich Mittel auszukehren. Innerhalb kurzer Zeit hat sich der Fonds den Rang eines Basisinvestments erarbeitet, das Sicherheit und Einkommen ehr gut unter einen Hut bringt.

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