Investieren wie Swensen - Ein Werkzeug

Investieren wie Swensen

Spielen Sie doch mal David Swensen

Ein Werkzeug, wie Stiftungen sich zu ihrer Asset Allocation „ausprobieren“ können

Tobias Karow, 3min40

Investieren wie Swensen - Ein Werkzeug

David Swensen war vor allem Herr der Asset Allocation des Yale Stiftungsvermögens. An dieser tüftelte er mit seinem Team kontinuierlich, er simulierte, wie sich eine hier gedrehte Stellschraube an anderer Stelle auf das Anlageergebnis auswirkt. Deutsche Stiftungen bzw. deren Vermögensverantwortliche, die sich dem einmal spielerisch annähern möchten, bietet ein Werkzeug des Investmenthauses Klarphos dazu vielleicht eine Gelegenheit. Justieren Sie Ihre Wunschrendite sowie den Wunschanteil an Alternativen Anlagen, und schon legt das Tool los und kreiert eine auf diesen Vorgaben basierende Asset Allocation. Probieren Sie es doch einmal, und spielen Sie David Swensen.

Investieren wie Swensen

Die Asset Allocation, insbesondere die einer Stiftung, ist wie ein großes Puzzle. An einer Stelle fängt man, die Teile zusammenzusetzen, dann an einer zweiten und so weiter, schließlich entsteht das große Puzzlebild in seiner ganzen Schönheit. Wobei Schönheit bei einer Stiftung bedeutet, dass die stiftungsspezifischen Ziele für Ausschüttungen, Rücklagen, Wertzuwachsbeiträge, Wirkungsaspekte und stiftungsindividuelle Haltung zu den Nachhaltigkeitsaspekte erfüllt oder zumindest annähernd erreicht werden. David Swensen hat auch immer formuliert, dass es das Ideal einer Asset Allocation nicht gibt, die sich diese Asset Allocation in einem Marktkontext bewege und sich dieser kontinuierlich ändere. An den Kapitalmärkten gibt es wohl wenige Konstanten wie jene, dass morgen die Welt schon eine komplett andere sein kann, die Asset Allocation ist in diesem Bild wie ein Segelschiff, dass fortwährend sturmfest gemacht wird. Daran muss immer wieder gearbeitet werden.

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Die Asset Allocation Ihrer Stiftung zum Ausprobieren

Möchten Sie nun mit dem Klarphos-Werkzeug einmal Swensen „spielen“, gibt es drei Dinge zu beachten:

  1. Keine Asset Allocation ist perfekt. Das Ergebnis des Klarphos-Werkzeugs inspiriert aber dazu, dass es möglich ist, bestimmte Renditekurven zu erreichen und beschreibt was Asset Allocation-seitig notwendig ist, um diese zu erreichen. Probieren Sie also verschiedene Zielmarken für Rendite und Alternatives-Gewichtung durch, lassen Sie sich inspirieren und überlegen Sie in einem ersten Schritt, was in ihrer Anlagerichtlinie noch fehlt, um derlei Vorschlag für die Asset Allocation auch umsetzen zu können.
  2. Das Klarphos-Werkzeug setzt immer voraus, dass Stiftungsverantwortliche eine Zielquote für die Alternativen Anlagen benennen können. Dies fußt auf der Überlegung, dass Vermögensallokationen institutioneller Anleger (dort kommt das Tool etwa für Pensionskassen zur Anwendung) ohne eine Quote für Alternatives nicht auskommen. Letztlich sind sie damit auf der Linie David Swensens, der Alternatives frühzeitig im Stiftungsvermögen gesehen hat – und zwar nicht nur in homöopathischen Beimischungsdosen. Sofern Sie für Ihre Stiftung also mit dem Werkzeug mal a bisserl rumprobieren möchten, seien Sie sich bewusst, dass da (in Ihrem Stiftungsvermögen) eine Portion Alternative bzw. Privatmarkt-Anlagen enthalten sein muss.
  3. Lesen Sie den Vorschlag für die Asset Allocation von innen nach außen. In den innersten Kuchenstücken wird die Asset Allocation grober aufgeteilt, sie können diese womöglich am ehesten mit ihrer bestehenden vergleichen. Haben Sie „ihr“ Stiftungsvermögen bisher nur in Aktien und Anleihen angelegt, dann kämen selbst in der groben Asset Allocation ein paar Anlageklassen hinzu, aber die Übersetzung aus der bisherigen Vermögensaufteilung in jene des Werkzeugvorschlags dürfte dann in einem ersten Schritt leichter fallen. Wandern Sie in der Analyse der Asset Allocation des Werkzeugs nach außen, wird die Aufteilung der Kuchenstücke deutlich granularer. Hier rücken dann vermutlich automatisch Umsetzungshürden auf die Agenda – von denen Sie sich aber nicht abschrecken lassen sollten.
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Zusammengefasst

Sich einmal auszuprobieren, das bringt womöglich Erkenntnisse mit sich. Das kennt man ja vom Sport oder von den Hobbys her. Hat man eine Sache nicht ausprobiert, lässt sich dazu kaum etwas sagen. Bei der Asset Allocation einer Stiftung ist das ähnlich. Viele Stiftungen in Deutschland vertrauen auf die Anleihe, zuvorderst, dann ein bisschen der Aktie und der Immobilie, die meisten anderen Anlageklassen, auf die auch David Swensen setzte, sind tabu, unbekannt oder einfach nicht greifbar genug. Das Asset Allocation-Werkzeug des Investmenthauses Klarphos kann hier vielleicht die eine oder andere Barriere in den Köpfen von Stiftungsverantwortlichen helfen zu durchbrechen. Denn Ausprobieren hat noch niemandem geschadet, probieren geht über studieren. Das hätte David Swensen vermutlich anders formuliert, aber das Probieren an sich, sich inspirieren zu lassen für andere Anlageklassen als die klassischen, das hätte ihm gefallen.

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