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HVB Stiftungsportfolio – Fonds 1
HVB Stiftungsportfolio – Fonds 1

Neu im Stiftungsfonds-Kosmos

HVB Stiftungsportfolio – Fonds 1

Die Mischung macht´s

Text: Stefan Preuß, Lesezeit: 4min42

HVB Stiftungsportfolio – Fonds 1

Als ausschüttungsorientierter Mischfonds mit ESG-Auswahlfilter wendet sich das Portfolio ausdrücklich an Stiftungen und Investoren, die wie Stiftungen investieren möchten. Um Rendite zu erzielen, werden bei Aktien ausschließlich Titel selektiert, die bereits Dividenden auszahlen oder das planen. Zum Einsatz kommen auch sogenannte Covered-Call-Strategien um Optionsprämien zu vereinnahmen. Auf der Fixed-Income-Seite nutzt der Fonds eine Vielzahl von Möglichkeiten und auch Neuemissionen. Die jeweiligen Investitionsgrenzen sind in dezidiert ausgearbeiteten Anlagerichtlinien festgelegt.

 

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Aktienquote bis zu 49% erlaubt

Das oberste Ziel lautet langfristiger Kapitalerhalt. Dabei erkennt der Fonds die Realitäten an und deckelt die Aktienquote nicht wie viele andere Stiftungsfonds bei 30, sondern erst bei 49%. Denn allein um einen Inflationsausgleich zu erwirtschaften bedarf es im Niedrigzinsumfeld schon erheblicher Anstrengungen. Das Fondskonzept sowie die Anlagerichtlinien wurden in enger Zusammenarbeit mit einer renommierten Stiftung und dem Stiftungsmanagement der HypoVereinsbank entwickelt, teilt die Bank mit. Verwiesen wird auf die hohe Stiftungskompetenz bei der HVB: Mehr als 2.000 Stiftungen werden von Sandra Bührke-Olbrich, Direktorin für Stiftungsmangement, und ihrem Expertenteam deutschlandweit betreut. Das Anlagevolumen aus diesen Stiftungsvermögen belaufe sich auf 5,4 Mrd. EUR. Im HVB-Stiftungsportfolio stammen etwa 80% der Einlagen von Stiftungen. Einem Fonds mit derart homogener Anlegerschaft mit langfristiger Ausrichtung wird insbesondere in volatilen Zeiten mehr Stabilität zugesprochen, weil der Anteil „zittriger Hände“ vergleichsweise stark limitiert ist.

Netzwerk für Stiftungen

Generell seien Stiftungen gut bei der HypoVereinsbank aufgehoben, da ein eigener Fachbereich mit zertifizierten Spezialisten zur Verfügung steht.  Das eingespielte Beraternetzwerk für Recht und Steuern,  Stiftungsmanagement sowie Projektmanagement im Non-Profit-Segment biete vielfältige Hilfestellungen. Das Kapitalanlagekonzept mit ESG-Auswahlfilter unterstützt Stiftungen, deren Ziele im Rahmen gegebener  Anlagerichtlinien zu erreichen.

Einklassierung als Level 8-Fonds

Der Fonds ist als Artikel 8 ESG-Fonds im Rahmen der EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor einklassiert. „Der Fonds orientiert sich an einem Best-In Class Ansatz auf Basis definierter Auswahlkriterien“ erläutert Maximilian Schwarz aus dem Fondsmanagement der HypoVereinsbank. Das bedeutet, es wird gezielt in diejenigen Unternehmen einer Branche investiert, die in ihrer peer-group besonders nachhaltig sind, also bei der Umsetzung von ESG-Kriterien weiter sind als andere. Die Emittenten werden zu diesem Zweck von ISS-ESG als Ratingagentur anhand festgelegter ESG-Kriterien beurteilt und ein Ranking erstellt. Das Basisuniversum besteht aus ca. 4800 europäischen und nordamerikanischen Unternehmen sowie OECD-Ländern. Derzeit werden rund 700 Unternehmen mit dem ISS ESG Research „Prime-Rating“ bewertet. Für den HVB Stiftungsportfolio-Fonds gilt als Mindestanforderung „Prime Status“ minus eine Ratingnote, woraus sich ein Universum von ca. 1300 Unternehmen ergibt, für die eine Investition nicht ausgeschlossen ist.

Best-in-class und Ausschlusskriterien

Best-in-class beachtet freilich nur die ESG-Qualität von Unternehmen innerhalb einer Branche, was nichts über die Branche an sich aussagt. Da niemand gedient ist, den relativ saubersten Kohleproduzenten im Portfolio zu wissen, wird zusätzlich eine Ausschlussliste für Unternehmen aus kontroversen Sektoren angewandt. Die so angewandten ESG-Regeln entsprechen in ihrer Ausformung den verbreiteten Standards. Die Ausschlusskriterien umfassen Unternehmen, die eine schwere Verletzung des sogenannten UN Global Compacts begehen, also gegen Vorgaben aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruption verstoßen.

Auf der Homepage des UniCredit-Fondsgesellschaft Structured Invest (www.structuredinvest.lu) soll zukünftig regelmäßig ein ESG-Reporting veröffentlicht werden, das von Vigeo Eiris stammt. Dort wird die ESG-Performance des Gesamtportfolios dargestellt. Zum Stichtag 30.4.21 verfügt der Fonds über ein Rating von 81/100 bei den Staatsanleihen und 51/100 bei den übrigen Anleihen. Der Energiewendebeitrag liegt bei 56 bzw. 69/100. Bei der derzeitigen ESG-Ausrichtung soll es auch bleiben, so Schwarz, denn Artikel 9-Fonds verfolgen ausschließlich nachhaltige Anlageziele, „dies ist hier nicht geplant.“ Zu sehen ist, dass sich der 2019 aufgelegte Fonds weiterentwickelt. Waren zum Halbjahresbericht noch Aktien von Royal Dutch Shell und eine Anleihe von British American Tobacco im Portfolio enthalten, wurde dies bereinigt: „Diese Unternehmen wurden Anfang des Jahres auf Basis der HVB-Nachhaltigkeitsstrategie ausgeschlossen“, berichtet Schwarz. Weitere könnten folgen, denn es wird von Vigeo Eiris eine Warnliste geführt, auf der zum Beispiel ConocoPhillips einstweilen noch mit „sehr schädlichen“ SDG-Auswirkungen auftaucht. Die Wahrnehmung von Stimmrechten entlang der Empfehlung des ESG-Dienstleisters sei in Vorbereitung, so Schwarz.

Auf einen Blick

Fondsart: Mischfonds mit ESG-Filter mit Fokus auf Kapitalerhalt

ISIN: I: LU1932640342, S: LU1932640698

Ausschüttung: jährlich Ende November, das Konzept ist im aktuellen Umfeld für 2 bis 3% gut.

Gut zu wissen: Neben den Coupons der Anleihen setzt der Fonds auf Dividenden und Zusatzerträge durch gedeckte Optionsgeschäfte und die Zeichnung von Neuemissionen.

Wichtig für Stiftungen: HVB/UniCredit bietet ein Beraternetzwerk für steuerliche und rechtliche Fragestellungen und weitere Services für Stiftungen. In diesem Fonds investieren Stiftungen unter ihresgleichen.

Einschätzung: Passgenaues Angebot für Stiftungen, die gute Balance zwischen Chance und Risiko suchen. Die konkrete Berichterstattung im ESG-Bereich kann weiter präzisiert und leichter auffindbar sein.

Ansprechpartner für Stiftungsverantwortliche: Maximilian Schwarz, maximilian.schwarz@unicredit.de, Sandra Bührke-Olbrich, sandra.buehrke-olbrich@unicredit.de

Blick ins Portfolio

Der Fonds verfolgt ein Mischfondskonzept mit einer maximalen Aktienquote von 49%. Das Basisuniversum sind europäische und nordamerikanische Aktien und Anleihen, sowie Anleihen aus den OECD-Ländern. Ausschüttungen sollen über Kuponzahlungen, Dividenden sowie durch den Einsatz von Wandelanleihen (ohne CoCo-Bonds) und Covered-Call-Strategien generiert werden. Darüber hinaus darf der Fonds auch Neuemissionen zeichnen. Bei den Anleihen, ein Schwerpunkt liegt aktuell auf dem Finanzsektor, nutzt der Fonds auch Nachranganleihen, die derzeit 2,4% des Fondsvermögens ausmachen. Maximal 5% des Anlagevermögens dürfen in Unternehmensanleihen im Non-Investmentgrade-Bereich allokiert werden, maximal 10% in Wandelanleihen oder andere strukturierte Anleihen, wobei Aktienanleihen der Aktienquote zuzuordnen sind. Insgesamt setzt das Fondsmanagement auf ein eher konzentriertes Portfolio von derzeit ca. 60 Anleihen, 30 Einzelaktien und einer Reihe von Währungs- und Aktien-Absicherungen. Durch die Fixierung auf Dividendentitel erhalten Investoren Klassiker wie Procter&Gamble, Glaxosmithcline, Deutsche Telekom oder Danone.

Attraktive Kostenstruktur, viele Mittelzuflüsse

Der Fonds mit dem aktuellen Volumen von 72,3 Mio. EUR (30.6.21) verfügt über drei Tranchen (Retail, Institutionell, Super-Institutionell), die im institutionellen Bereich mit 1,01 bzw. 0,6% TER attraktive Daten aufweisen. „Der Fonds hat seit Anfang 2021 Mittelzuflüsse von ca. EUR 20 Mio. EUR verbucht. Wir erwarten, dass das Fondsvolumen im Laufe des Q3 2021 die Grenze von 100 Mio. EUR  übersteigt.

Aufgrund einer Gebührenstaffel ergibt sich dadurch automatisch eine Kostenreduzierung, die 1:1 an die Anleger weitergegeben wird. Durch das gesteigerte Fondsvolumen in 2021 konnten die Gesamtkosten des Fonds bereits um 10 Basispunkte reduziert werden“ lässt Schwarz wissen. Der Fonds schüttet jeweils Ende November aus. Im Jahr der Auflegung betrug die Performance 2,09%, 2020 2,27%, und bis zum 30.6. diesen Jahres wurde ein Wertzuwachs von 3,71% erreicht. Dies zeigt, dass das Konzept bislang aufgeht und eine Ausschüttung von 2 bis 3% mittelfristig realistisch erscheint. Der maximale Drawdown datiert auf das Frühjahr 2020 mit 6,09 %, dies zeigt, dass das Risikomanagement funktioniert hat.

Zusammengefasst

Das HVB Stiftungsportfolio entwickelt sich zu einem Basisbaustein für Stiftungen: Es sind nicht die Mega-Ausschüttungen zu erwarten, das Konzept spricht aber für hohe Konstanz und Stabilität. Die günstigen Kosten, der Fokus auf den Kapitalerhalt und obendrauf ein Beitrag zur Erfüllung des Stiftungszwecks macht das Angebot zu einem interessanten Baustein insbesondere für kleinere und mittlere Stiftungen.

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